Berichte zur Konzeption

Aus der Westdeutschen Zeitung vom 16.09.2004
Erkrath: B wie Brennpunkt und Bibel
Kindergärten der Evangelischen Gemeinde Hochdahl stellen ein gemeinsames Konzept vor.

Hochdahl. Weil es nicht das Gleiche ist, wenn zwei dasselbe machen, haben die beiden Kindergärten der Evangelischen Kirchengemeinde Hochdahl an der Schul- und Schildsheider Straße erstmals in ihrem über 30-jährigen Bestehen eine gemeinsame Konzeption erarbeitet. Parallelen waren dabei erwünscht, Unterschiede erlaubt. "Unsere Einrichtung legt hier im Brennpunkt Sandheide den Schwerpunkt auf die Sprachförderung", erklärte gestern bei der Vorstellung des Konzepts Anette Brocker, Leiterin der Kindertagesstätte an der Schildsheider Straße.

Als Grund für diese Ausrichtung nannte sie den hohen Anteil an Kindern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

Eher das etablierte Bürgertum nutze die Einrichtung an der Schulstraße, sagte deren Leiterin Anja Karalus. So müssten bei den 50 Kindern in der Willbeck weniger sprachliche Defizite aufgearbeitet werden. Karalus:"Unser Schwerpunkt ist daher die Kreativitätsförderung, sind Freiräume für Fantasie."

Gemeinsam sei beiden Kindergärten die Ausrichtung auf christliche Werte:"Es geht darum, Glauben zu leben, die biblische Geschichte als Fundament zu erzählen", formulierte Pfarrer Andreas Müller in seiner Rolle als Vorsitzender des Kindergartenausschusses.

In dieser Funktion sind nicht nur pädagogische Inhalte ein Thema. Ein noch größeres ist die Finanzierung. "Deshalb haben wir die Konzeption nicht nur für Eltern und Mitarbeiter erarbeitet." Vielmehr, ergänzte Presbyter Norbert Goebel, sei sie auch gegenüber des Kirchenvorstandes eine Rechtfertigung, auch in Zukunft in die Dreibis Sechsjährigen zu investieren.

"Wir planen auch für die Sandheide", stelle Müller klar. Schließungspläne seien damit endgültig gegenstandslos. Wie sich die Kindertagesstätte Sandheide mit der offenen Ganztagsschule und deren spezifischen Betreuungsanforderungen arrangiere, stehe allerdings noch nicht fest. "Da befinden sind wir noch in der Meinungsfindung."

Noch nicht erreicht wurde auch das Ziel am Ende des Weges zum Standpunkt bezüglich der Betreuung von Kleinstkindern, die erst wenige Monate alt sind. Zu verweigern scheint sich die Kirche dem Thema nicht:In der Sandheide wurden erstmals Kinder unter drei Jahren aufgenommen. Brocker:"Das ist für die Betreuer eine ganz neue Erfahrung." Winden wechseln vor Sprachförderung.

  • Die Kindertageseinrichtung an der Schildsheider Straße lädt am Samstag, 18. September, zwischen 14.30 und 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein.

    16.09.04

    Von Arnulf Ramcke

Aus der Neuen Rhein Zeitung vom 16.09.2004
Kinder lernen gemeinsame Werte
TAGESSTÄTTE / Die beiden evangelischen Einrichtungen in Erkrath haben unterschiedliche Schwerpunkte, aber nun ein einigendes Konzept.

ERKRATH. Zwei Kindertagesstätten der evangelischen Gemeinde gibt es in Hochdahl - eine im eher bürgerlichen Millrath mit 50 Kindern, die andere in der Schildsheider Straße mit 70 Kindern. Im Brennpunkt Sandheide sind viele Nationalitäten vertreten - das spiegelt sich in den kleinen Besuchern der Einrichtung wider. Schwerpunkt der Einrichtung ist deshalb die Sprachförderung. Und es seien nicht allein Ausländerkinder, die Schwierigkeiten haben, erläutert Leiterin Anette Brocker. Die Millrather Einrichtung legt mehr Wert auf Bewegung und Kreativität.

Drei Jahre haben nun Mitarbeiter, Leiterinnen und der Kindergartenausschuss an einem gemeinsamen Konzept gearbeitet:Beide Kindertagesstätten sind evangelisch, sollen ihr unterschiedliches Profil behalten und dennoch gemeinsame Zielsetzungen haben. Grundgerüst sind die Bildungsvereinbarungen des Landes NRW vom August 2003. Dabei, betont Pfarrer Andreas Müller, sei Bildung in den evangelischen Kindertagesstätten immer schon Bestandteil des Programms gewesen. Christliche Werte wie Vertrauen und Nächstenliebe soll den Kleinen nahegebracht werden.

Auch denen anderer Religionsgemeinschaften:Vor allem in der Sandheide rückt Toleranz in den Mittelpunkt. Spielen, Phantasie entwickeln, die Natur als Schöpfung respektieren, Regeln vereinbaren und sie auch einhalten - nur einige der Punkte im neuen gemeinsamen Konzept. Regeln seien übrigens nicht Gegenstand der NRW-Bildungsvereinbarung, wundert sich Pfarrer Müller.

Am Samstag, beim Tag der offenen Tür in Schildsheider Straße 119, gibt es für Interessierte ausführlich Gelegenheit, das Konzept kennenzulernen und mit den Erzieherinnen zu diskutieren. Außerdem wollen Erzieherinnen, Eltern und Kindern das gemeinsame Projekt Kräuterspirale angehen - Ziel ist ein in kleiner Erlebnisgarten für Kinder.

15.09.2004    SUSANNE ZIMMERMANN